Hausrat – wer bekommt was?

Die Verteilung des Hausrats. Ein unterschätzter Anspruch.

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„Der Hausrat ist geteilt“. Das hört man oft. Fragt man nach, ergeben sich häufig wertvolle Ansprüche.

Alles, was in der Ehe für die Familie angeschafft wurde, ist Hausrat.

Ganz wichtig: Das Gesetz vermutet hälftiges Miteigentum am Hausrat. Von allem gehört jedem die Hälfte, egal wer was bezahlt oder gekauft hat. Alles halbe-halbe.

Und das bleibt auch so für immer, auch nach der Trennung, auch nach der Scheidung.

Wenn ich also Hausrat verkaufe, verletze ich das Miteigentum meines Ehegatten, das kann ggf. auch strafbar sein.

Beschädige ich Hausrat, kann das Sachbeschädigung sein, denn mir gehört ja nur die Hälfte vom dem Gegenstand.

Damit das nicht immer so bleibt, hilft uns das Gesetz.

Während der Trennung kann das Gericht die Nutzung der Haushaltsgegenstände regeln. Wenn ich als Mutter den Esstisch für mich und die Kinder brauche, darf ich ihn erstmal nutzen. Er gehört meinem Mann freilich weiter zur Hälfte.

Nach der Scheidung kann das Gericht auch in das Eigentum eingreifen. Dann wird das Miteigentum an einem Haushaltsgegenstand aufgelöst und ein Ehegatte wird Alleineigentümer, also final und endgültig.

Er muss dem anderen dann ggf. einen Ausgleich für den Verlust dessen Miteigentums zahlen.

Das alles aber erfolgt nur auf Antrag.

Wird nichts beantragt, bleiben beide Ehegatten auf ewig Miteigentümer. Selbstverständlich kann man sich auch ohne Gericht einigen, Du bekommst das, dafür behalte ich das usw..

Ein Auto kann übrigens auch Hausrat sein, wenn er als Familienkutsche genutzt wurde.

Also:

Augen auf, beim Hausrat und nicht zu großzügig sein.

Die Neuanschaffung von Hausrat ist teuer.

Rechtsanwalt Eric Schendel, Ihr Scheidungsanwalt in Mannheim

5.Mai 2021