Stundensatz Scheidungsanwalt

Die Kosten richten sich nach dem Streitwert. Kennen Sie diesen Satz ? Wissen Sie auch, was er bedeutet?

Alles, was der Scheidungsanwalt in die Hand nimmt, verursacht einen Streitwert. Wobei der Begriff Streitwert nach meinem Dafürhalten bereits zu negativ belegt ist.

Schreibt der Scheidungsanwalt also den anderen Ehegatten an, um den Ehegattenunterhalt, den Kindesunterhalt, die Rente, das Vermögen, die Steuer und den Hausrat zu regeln, verursacht jeder einzelne Regelungsgegenstand einen Streit- oder besser Gegenstandswert.

Diese Tätigkeit an sich löst dann schon die Geschäftsgebühr aus. Einigt man sich über bestimmte Scheidungsfolgen, verdoppelt dies die Gebühren des Rechtsanwalts.

Dabei kann der eine Ehegatte die Höhe des Gegenstandswerts nicht immer frei bestimmen. Fordert der andere Ehegatte z.B. einen hohen Unterhalt, bestimmt der Jahresbetrag der Forderung die Höhe des Streitwerts für den Unterhalt usw.

Alternativ kann die Tätigkeit des Scheidungsanwalts auch nach Zeitaufwand vergütet werden. Dann ist es unbeachtlich, ob er z.B. auch noch wegen der gemeinsamen Steuer den anderen Ehegatten anschreibt. Auch ist es unbeachtlich, ob sich die Ehegatten einigen oder den Streit gerichtlich klären lassen.

Im Durchschnitt liegen hier die Stundensätze bei rund EUR 200. In einem gerichtlichen Verfahren gelten zwingend die gesetzlichen Gebühren nach dem Streitwert. Bei der Tätigkeit außerhalb oder vor einem Gerichtsverfahren (Beratungen, Korrespondenz, Besprechungen, Verhandlungen u.a.) kann abweichend immer auch ein Stundenhonorar vereinbart werden.


Rechtsanwalt Eric Schendel, Mannheim

4.April 2013