Kosten der Scheidung

Viele Anwälte scheuen das Gespräch über die Kosten. Das haben wir auch nicht gelernt. Wir setzen fremde Interessen durch. Verkaufen gehört nicht zum Studienplan.

Der Mandant aber will die voraussichtlichen Kosten wissen. Das ist verständlich. Auch wir Anwälte würden unseren Wagen niemals in die Werkstatt bringen ohne vorher die ungefähren Kosten abschätzen zu lassen. Wer wird schon gerne überrascht, gerade wenn es um das Geld geht.

Deshalb informieren wir Sie frühzeitig über die voraussichtlichen Kosten der Scheidung, was allerdings aus folgenden Gründen nicht immer ganz leicht ist:

In den meisten Fällen berechnen wir die gesetzlichen Gebühren. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach zwei Kriterien: Dem Streitwert und der Art der Tätigkeit.

Je höher der Streitwert, desto höher die einzelne Gebühr. Je verschiedenartiger die Tätigkeiten, desto mehr Gebühren fallen an.

Schwierig ist oftmals bereits schon die Bestimmung des Streitwerts. In einem gerichtlichen Verfahren wird der Streitwert durch das Gericht festgelegt. Welchen Wert aber hat eine Scheidung ?
Antwort: Einkommen und Vermögen der Eheleute bestimmen den Streitwert der Scheidung. Man nimmt das dreifache Monatseinkommen von beiden. Beim Vermögen sind es 5 % des Nettovermögens, also nach Abzug etwaiger Schulden.

Beim Unterhalt (Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt) ist es der Jahresbetrag der Unterhaltsforderung. Je höher der begehrte Unterhalt, desto höher die Kosten.

Diese Regeln gelten auch bei außergerichtlichen Streitigkeiten, also dann, wenn Anwälte über Unterhalt, Hausrat, Ehewohnung oder gemeinsame Schulden korrespondieren.

Die Anzahl der entstehenden Gebühren richtet sich nach der Art der Tätigkeit. Wird also beispielsweise vor Gericht ein Vergleich abgeschlossen, dann entsteht dadurch eine Gebühr mehr.

In der Erstberatung kann man schwer abschätzen, wie sich die Dinge entwickeln werden. Dennoch sind wir bemüht, Ihnen zumindest einen ungefähren Kostenrahmen vorzugeben, innerhalb dessen die Endabrechnung dann liegen wird.

Als Faustregel gilt: Je weniger Streit, desto geringer die Kosten.

19.April 2007